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Bentley Owners Club Magazine

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Wenn Oliver Kaps vor einem steht, fragt das Unterbewusstsein, ob man auf Hamburgs Amüsiermeile, der Reeperbahn auf St. Pauli gelandet ist, oder ob er eines der hier zahlreich ansässigen Tätowierstudios führt. Seine gelegentlich ölverschmierten Hände und sein Hemd, das bisweilen recht ordentlich nach Benzin riecht, deuten jedoch in eine völlig andere Richtung. Unter seinen Händen entsteht Kunst. Und zwar automobile Kunst in Vollendung und Perfektion. Oliver Kaps konstruiert und baut Autos, die es vorher nie gegeben hat und das für eine wohlhabende Kundschaft. “geht nicht, gibt’s nicht, sagt Kaps. Entweder er kreiert absolute Luxusmobile komplett neu, so wie es sein Premiumkunde wünscht, oder er baut vorhandene Fahrzeuge so um, dass sie nur noch für Eingeweihte in ihrem Ursprungsmodell erkennbar sind. In seiner, wie er sie selbst liebevoll nennt, Wagenbauanstalt, erschafft er Automobile der Extraklasse. Was nicht vorhanden ist, muss erschaffen werden.

Für den Hamburger Wagenbauer ist das Erschaffen eben auch ein lebenserhaltender Trieb. “Ein Tag an dem ich nicht schweissen, dengeln und Autos bauen kann, ist für mich ein verlorener Tag“ und fügt in seinem nicht zu verbergenden leicht kölschen Akzent hinzu “da krieg ich janz schlechte Laune, janz schlechte !“

Auch wenn Oliver schon sehr produktiv ist, so verlässt ungefähr nur ein individuell angefertigtes Auto pro Jahr die Manufaktur. In der kleinen Schmiede arbeitet noch Igor, ein Karosseriebauer aus Sibirien und Haman der Lackierer, der, wie Kaps sagt “Gold unter den Pfoten hat“. Vielleicht das Gold, das später auf dem Wagendach des 53iger Cadiallac DeVille landet. Was Oliver Kaps macht, wird in Amerika “Kustomizing“ genannt, wird mit “K“ geschrieben und bedeutet eigentlich nur, ein Auto, angepasst auf Kundenwünsche zu konstruieren. Und das ist eigentlich so alt, wie die Geschichte des Mobilismus auf Rädern überhaupt. Wie mag sich nun Nicolas Cugnot, der Urvater des Wagenbaus, mithin auch einer der Urväter von Oliver Kaps, sich am Morgen jenes 18. Juni 1769 gefühlt haben, als er seinen für die französische Armee konstruierten dreirädrigen Dampfwagen vorführte ? Das Gefährt hatte zwei Zylinder und erreichte wohl eine Geschwindigkeit zwischen 3 und 5 km/h. Das kleine b Moll der cugnotschen Erfindung war jedoch, dass sie als schwer lenkbar galt, denn der über der Vorderachse montierte Wasserkessel gab dem Vehikel ein zu hohes Vordergewicht, so dass bereits die erste Demonstrationsfahrt jäh an der Kasernenmauer endete.

Als Geburtsjahr des Automobils im heutigen Verständnis gilt das Jahr 1886 und zwar das Carl Benz Patent “Motorwagen Nummer 1“. Zu dieser Zeit allerdings man aber wohl noch weit davon entfernt, den Motorwagen Nummer 1, alsodas soeben erstmals zur Serienreife gebrachte Fahrzeug, in der Mitte auseinander zu sägen, es breiter zu gestalten, es martialischer erscheinen zu lassen, es tiefer zu leg en und es dann in ein aus 36 Schichten bestehendes Lackkleid zu hüllen. Hätte allerdings im fien de siecle Oliver Kaps schon gelebt, hätte er vermutlich genau dies getan. Zwar gab es in jener Zeit ja noch kein automobilistisches know how, aber Kaps denkt seiner Zeit immer Dekaden weit voraus

“Je mehr Schichten Du hast, desto mehr Tiefe hat der Lack, Du musst bei Lack das Gefühl haben, in eine Schneekugel zu gucken, die wir als Kinder so gerne geschüttelt haben. Die Umgebung, in der ein von mir gebautes Auto steht, muss sich dreidimensonalisiert im Lack abbilden, sozusagen eine eigene Welt in der Welt werden“

Als er vor 10 Jahren eben jenen 53er Cadiallac original coupe de ville in der Mitte teilte und verbreiterte, ging durch die internationale Cadillac Szene ein Aufschrei. Sammler und Enthusiasten brüskierten sich, die Fachpresse schrie: Frevel. Solche Unkenrufe bügelt Oliver Kaps heute souverän ab: “was ich mache ist Kunst“ und streut sogar noch ein wenig Salz in die Wunden der selbsternannten Oldtimerpolizei, indem er mit einer Mischung aus Leichtfertig- und Dreistigkeit bei Svarovski anruft, Kristallsteine bestellt, sie in seiner Werkstatt kleinmalt und der Goldfarbe beimengt, mit der ein Autodach lackiert werden soll. Auch Perlmuttmuscheln, die ja beinahe eine Art Naturporzellan verkörpern sind vor seinen Mühlen nicht sicher, denn Kaps ist fest davon überzeugt, zu Mehl vermahlen, werden sie seinem 36Schicht Lack eine nie dagewesene Tiefe verleihen. Oliver Kaps der Einstein und das Enfant Terrible des Automobilbaus zugleich. Nicht umsonst bekommt er aus der Industrie immer wieder Aufträge, Lackmuster für Prototypen zu entwerfen, bisher unmöglich scheinenden Dingen die Kontur der Wirklichkeit zu verleihen.

Meine Autos sind wie Massanzüge auf vier Rädern.“

Bevor Oliver Kaps damit beginnt dem Kunden ein Auto zu entwerfen, Pläne zu zeichnen, am Computer Simulationen durchzuführen, macht er vor allem eines, er verbringt Zeit mit seinen Kunden. Viel Zeit. Geht mit ihnen essen, feiert, wird vielleicht sogar ein klein wenig Teil ihres Lebens, um herauszufinden, was das eben für Menschen sind, die bis zu 500.000 Euro bei ihm lassen, um ein individuell angefertigtes Automobil zu bekommen.

“Ich muss wissen, wie der Mensch tickt, dann weiss ich, was er für ein Auto haben möchte.“

Dann dauert es bis zu zwei Jahre, bis das Kunstwerk unter seinem Dängelhammer zur Vollendung gelangt. Das Blech auf ein Holznegativ gezogen, gleicht kein Auto auch nur ansatzweise dem anderen. Sind es hier Chesterfieldbezüge aus feinstem Pferdeleder in der genau ins oval eingepassten Sitzecke des Bell Rocks, einer Anfertigung für den Europapark, in Auftrag gegeben von der Eigentümerfamilie Mack, sind es dort feinste in China eigens hergestellte Seidenteppiche der Firma Tai Ping, die in seinem nächsten Modell verlegt werden. Wenn eine solches Unikat dann seinem Besitzer übergeben wird, sollen gestandene Männer, Industrielle, Künstler, oder Fabrikanten schon Tränen in den Augen gehabt haben.

Oliver erschafft Träume.

R.I.P. Mr. Hines

Sad day for the Kustom World again... The Leadslinger has left the building. One of the best metalfabricators are gone. Rest in peace Mr. Hines. You'll be missed... Pic by my buddy Jo Fischer

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This project was so badass. Found it in a backyard in long beach california. One old guy from the cavaliers drove it since back in the Days. I had to sell it ten years ago. So sad. This picture holds a lot of emotions to me. Nice to see that it gets that much likes from all over the world! Thanks everybody

Old Gold

Today my Buddy Max and his Pre War Bentley stopped by... Coooool Ride